Accessibility – Barrierefreie Apps erstellen

Ob Smartphone oder Tablet: Kinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstverständlich mit digitalen Geräten auf und lernen schon in jungen Jahren damit umzugehen. Die junge Generation kann oftmals schon besser mit mobilen Geräten hantieren, als deren (Groß-)Eltern. Wer sich also schon in den Kinderschuhen mit aktuellster Technik befasst hat, wird dies wohl auch noch im fortgeschrittenen Alter tun wollen.

Allerdings existiert betreffend dieser Thematik auch ein großes Tabu-Thema: Wenn wir älter werden, werden wir schlechter sehen, schlechter hören und anderes. Dieses Schicksal könnte aber nicht nur Ältere sondern jeden treffen, aber nur wenige sprechen darüber. Auch die junge Generation von heute wird also Technologien brauchen, die sie noch im hohen Alter verwenden kann.

Unter dem Stichwort „Mobile Accessibility“ fasst man genau jene Techniken zusammen, welche Benutzern mit eingeschränkten Fähigkeiten das Bedienen von mobilen Endgeräten ermöglichen. Die sogenannten Barrierefreien Apps kommen zur Sprache.

Sei es eine Rot-Grün-Schwäche, Schwerhörigkeit oder eine andere Einschränkung: Jeder kann von diesen Problemen betroffen sein. Aus diesem Grund können und sollten mobile Anwendungen darauf optimiert werden. Zusätzlich wird unsere Generation immer älter und so manch einer wird früher oder später zu den Betroffenen zählen. Durch diese gesellschaftliche Verschiebung wird auch der Technologiemarkt für diese Zielgruppe immer interessanter. Wer also jetzt schon einen Schritt voraus sein will, sollte dem Thema Accessibility seine Aufmerksamkeit schenken.

Plattformvergleich

Unterschiedliche Betriebssysteme bieten unterschiedliche Möglichkeiten. Welche Einstellungen auf welchen Systemen zur Verfügung stehen wird nachfolgend erläutert. Zu finden sind die Eingabehilfen auf jeder Plattform in den Systemeinstellungen. Dort können sie beliebig konfiguriert und ausprobiert werden.

iOS 7

Ähnlich wie Android und Windows Phone bietet iOS7 ein ganzes Sammelsurium an Bedienungshilfen. Die Sprachausgabe aus dem Hause Apple wird „VoiceOver“ genannt. Eine Bildschirmlupe mit dem Namen „Zoom“ ist ebenfalls in petto. Etliche Text-Einstellungen und sogar das Koppeln von Bluetooth-Hörgeräten wird unterstützt. Die Einstellung „Hoher Kontrast“ scheint auf den ersten Blick allerdings keine so drastischen Änderungen im Look & Feel zu bewirken:

iOS Kontrast on und off
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Im Gegensatz zu den eher kleineren Änderungen, welche der hohe Kontrast bewirkt, wird durch die Einstellung "Farben umkehren" das gesamte Erscheinungsbild umgekrempelt:

Accessbility Apps mit Barrierefreiheit iOS Farben umkehren
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Dies führt unter Umständen allerdings dazu, dass Textpassagen nur schwer erkenntlich sind, wie man anhand der Anwendungstitel im Screenshot sehen kann.

Android

Auch das Betriebssystem aus dem Hause Google kümmert sich eingehend um das Thema „Barrierrefeiheit“. Die Text-To-Speech Variante von Android hört auf den Namen „TalkBack“ und auch Textgrößen und Farb-Invertierung kann aktiviert werden. Zusätzlich kann mit Hilfe von „Mono-Audio“ das Anhören von Tönen mit einseitigem Kopfhörer verbessert werden.

Accessbility Apps mit Barrierfreiheit Android Eingabehilfe
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Windows Phone 8.1

Windowsphone 8.1 Bediehnunghilfe
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Die Einstellungsmöglichkeiten von Windows Phone 8.1 fallen wie bei Android und iOS sehr üppig aus. Hoher Kontrast, dynamische Textgröße, eine Sprachausgabe und sogar eine Bildschirmlupe sind mit an Bord. Vor allem die Funktion „hoher Kontrast“ kommt auf Windows Phones gut zur Geltung, da dadurch die auf Windows Phone gängige Akzentfarbe deaktiviert wird. Hintergrundbilder werden auf diese Weise ebenfalls deaktiviert.

Windowsphone 8.1 Kontrast on und off
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Angemerkt sei jedoch, dass ein Großteil dieser Funktionen nur unter Windows Phone 8.1 zur Verfügung steht. Wer noch die ältere Version Windows Phone 8.0 benützt, muss sich mit den folgenden drei Einstellungsmöglichkeiten zufrieden geben:

  1. Textgröße (bietet 5 unterschiedliche Auswahlgrößen)
  2. Hoher Kontrast (ja/nein)
  3. Bildschirmlupe (ermöglicht das Zoomen auf jeglichen Screens durch einen Double-Tap mit zwei Fingern)

Da laut Microsoft das Update auf Windows Phone 8.1 allerdings für alle Geräte mit Windows Phone 8 kompatibel ist, können auch Nutzer von älteren Windows Phone 8 Geräten auf diese neuen Features hoffen.

Wichtigste Technologien

Hinsichtlich Barrierefreiheit gibt es also bereits viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel das automatische Vorlesen von langen Textpassagen auf dem Bildschirm oder das einfache Überblenden von Videos mit Untertiteln für Menschen mit Schwerhörigkeit. Da alle drei großen Smartphone-Plattformen Sprachausgabe (Text-To-Speech) und dynamische Schriftgrößen und Farben unterstützen, sollte genau auf diese Entwicklungsaspekte ein Auge geworfen werden.

Sprachausgabe, VoiceOver, TalkBack

Android, iOS und Windows Phone Geräte verfügen bereits über die Möglichkeit, den Benutzer via Sprachausgabe über aktuelle Prozesse am Bildschirm zu informieren. Sei es die Funktion eines Buttons oder der Fortschritt eines Ladebalkens: Mit Hilfe von Sprachausgabe (Text-To-Speech) kann der User durch Audio-Ausgabe am Laufenden gehalten und auditiv unterstütz werden.

Zu beachten ist jedoch, dass sich bei aktivierter Text-To-Speech-Funktion die Gestensteuerung ändert, da ein einfacher Klick zunächst nicht als Klick gewertet wird, sondern nur das Vorlesen der jeweiligen Funktion (z.B. eines Buttons) auslöst.

Bei aktivierter Sprachausgabe (diese kann in den Systemeinstellungen aktiviert werden) werden dem User die Funktionen all jener Elemente am Bildschirm vorgelesen, worauf er gerade seinen Finger bewegt.

Hält der Benutzer seinen Finger zum Beispiel auf einen Ladebalken, so wird ihm der prozentuelle Fortschritt vorgelesen.

Bewegt er seinen Finger jedoch langsam über den gesamten Bildschirm, so werden ihm nach und nach die einzelnen Funktionen bzw. Inhalte erläutert, an denen sich der Finger gerade befindet. Dies ist unter anderem nützlich, um sich mit einer neuen Anwendung und deren Layout vertraut zu machen.

Dynamische Schriftgrößen

Wie man abschließend festhalten kann, können Benutzer auf allen aktuellen Smartphones die Schriftgröße frei nach Belieben einstellen. Ziel einer perfekten mobilen Anwendung muss daher sein, auf derartige Änderungen entsprechend zu reagieren. Sollte der Benutzer in den Systemeinstellungen die Schriftgröße anpassen, so sollte sich diese Änderung auch in der mobilen Anwendung widerspiegeln – und zwar ohne das Layout der App zu ruinieren.

Fazit

Was auch immer Sie unternehmen möchten um Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten das Verwenden einer mobilen Anwendung zu erleichtern: Etliche unterstützende Technologien sind bereits vorhanden. Die Tage von nicht zugänglichen Apps und Webseiten voller Barrieren, wie wir sie früher kannten, sind daher gezählt. Moderne Anwendungen sollten dynamisch genug sein, um auch User mit eingeschränkten Fähigkeiten als Kunden gewinnen zu können. Selbst die Jugend von heute wird es Ihnen eines Tages danken.

Anpassungen hinsichtlich Accessibility rentieren sich also doppelt: Denn durch ein klar strukturiertes, aber dynamisches Design verbessert sich die Usability nicht nur für Menschen mit Beeinträchtigung, sondern für die gesamten Benutzer einer Anwendung.

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